
Aufwärts ins Licht
In diesem Pfarrbrief finden Sie einige Wendeltreppen – mal modern, mal barock, mal industriell. Sie winden sich elegant, irgendwo fällt Licht durch ein Fenster. Wendeltreppen faszinieren durch ihre schlichte Raffinesse: Sie sparen Platz, verbinden Etagen, manchmal Welten, und doch wirken sie gleichzeitig ästhetisch spannend und anmutig. Jede Kurve lädt ein, den Blick entlang der Linie zu folgen, und plötzlich wird die Bewegung selbst zum Erlebnis.
Auch im Leben, besonders im österlichen Leben, können wir diese Treppenform als Symbol verstehen. Wie die Wendeltreppe führen uns unsere Wege in beschwingten Runden weiter – mal nach oben, mal nach unten, manchmal unscheinbar und überraschend. Oft erkennen wir nicht sofort, wohin uns der nächste Schritt trägt. Und doch gibt es ein Ziel: das Licht am Ende des Weges, die Hoffnung, das Aufstehen nach jedem Fallen, die Auferstehung, der Sieg des Lichtes über die Dunkelheit und der Sieg des Lebens über den Tod.
Die Wendeltreppe zeigt uns, dass Bewegung, Kreisen, ja manchmal auch das scheinbare Zurückgehen, nicht das Ende bedeutet. Sie zeigt, dass wir aufwärts gehen können, auch wenn der nächste Schritt nicht immer klar ist. Jeder Auf- und Abstieg ist Teil unseres Weges, und das Licht, das uns am Ende erwartet, macht die Reise lohnend.
Ostern bedeutet, den Mut zu haben, weiterzugehen, die Spirale des Lebens anzunehmen und dem Licht zu vertrauen. Die Treppe dreht sich, wir drehen uns mit – und finden uns schließlich in der hellen, befreienden Freude wieder, die Auferstehung bedeutet.
Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen allen Ihr Pfarrer,
Thomas Neuberger